Dies ist die Homepage des Projektes „Studentische Perspektiven im Projektstudium“. Hier werden in der nächsten Zeit Beiträge zur Diskussion eines vom kritischen Praxisbezug her konzipierten Projektstudiums an der Universität Hamburg erscheinen.

Während sich die Studienreform-Aktivitäten der letzten Jahre schwerpunktmäßig damit befassten, die massive Arbeitsverdichtung und restriktive Regulierung zu überwinden, die das Bachelor-Master-Studium strukturell kennzeichnen, sollen nun wesentlich die inhaltlichen und davon abgeleitet auch didaktischen Aspekte der Studienreform in den Blick genommen werden. Die Reform des „Fachüberschreitenden Studienbereiches“ (FüS, früher „Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen“, ABK-Bereich) soll in diesem Zusammenhang als „Labor“-Bereich für die gesamtuniversitäre Studienreform verstanden werden. Dabei soll die Bearbeitung und Lösung epochaltypischer Schlüsselprobleme (soziale Ungleichheit, Krieg/Frieden, Ökologie, Demokratie/Kommunikation/Kontrolle) neu im Fokus stehen. Um dies zu realisieren, ist die Form des Projektstudiums besonders geeignet, denn Studierende sollten und wollen nicht behandelte Objekte einer Ausbildung für eine erst nach dem Studium beginnende gesellschaftliche Arbeit sein, sondern schon im Rahmen der Tätigkeit in der und aus der Universität hinaus ihre gesellschaftliche Lage verbessern und wissenschaftlich wie kulturell zu einer Humanisierung der in einer tiefen Krise befindlichen Welt beitragen. Dieser Anspruch steht in Gegnerschaft zu der mit dem Bachelor-Master-Studium inhaltlich verbundenen affirmativen Ausbildungs- und Berufsorientierung (Employability).

Ziel dieses Projektes ist es, tragfähige Vorstellungen von einem fachüberschreitenden eingreifenden Projektstudium zu entwickeln und in die Debatte in der akademischen Selbstverwaltung einzubringen. In einem solchen Projektstudium soll eine von gesellschaftlichen Herausforderungen ausgehend gemeinsam entwickelte Fragestellung in fachüberschreitender Kooperation intensiv theoretisch von allen Seiten beleuchtet und mit praktischen Konsequenzen bearbeitet werden. Dabei reflektieren die Beteiligten gemeinsam die spezifisch fachlichen Perspektiven und gesellschaftlichen Standpunkte, um sich einen kritischen Praxisbezug und ein historisch-kritisches Verständnis der jeweiligen Fachdisziplinen zu erarbeiten.

Die ausführliche Projektbeschreibung findet sich hier.